
Schloss Drottningholm wurde in die UNESCO-Liste über das Welterbe aufgenommen. Es ist das am besten bewahrte königliche Schloss Schwedens aus dem 17. Jahrhundert und zugleich repräsentativ für die Architektur des europäischen Adels jener Zeit. Zusammen mit dem exotischen kleinen „China-Schloss“, dem Schlosstheater und dem wunderbaren Schlosspark bildet Drottningholm ein einzigartiges Ensemble.

Informationen zu Besuchszeiten, Führungen, Gruppenbuchungen etc. finden Sie im Menü oben.
Nach dem vernichtenden Brand erhielt der Architekt Nikodemus Tessin d.Ä. von der Königinwitwe den Auftrag ein neues Schloss zu errichten, und so wurde im Jahre 1662 der Bau des bis heute erhaltenen Schlosses begonnen.
Die Architektur und Inneneinrichtungen von Nicodemus Tessin d.Ä. zählen zu den schönsten des Landes aus der Zeit des frühen Barock. Dazu gehören das monumentale Treppenhaus, der Ehrenstrahlsalon und nicht zuletzt das Prunkschlafzimmer Hedwig Eleonoras.

Nach dem Tode Tessins d.Ä. übernahm sein Sohn Nicodemus Tessin d.J. die Aufgabe, den Bau des Schlosses zu Ende zu führen. Aus dieser Epoche stammt u.a. die Galerie Karl XI.

Als im Jahre 1777 Drottningholm von König Gustav III. übernommen wurde, ließ dieser nach englischen Vorbildern einen großen romantischen Naturpark anlegen, der noch heute das Barockschloss und den französischen Schlossgarten umgibt.

Die Bronzeskulpturen aus dem frühen 17. Jahrhundert wurden als Kriegsbeute nach Schweden geschafft und nach und nach im Schlosspark Drottningholm aufgestellt. Heute stehen im Park moderne Bronzeabgüsse dieser Originale, die man stattdessen im Museum de Vries versammelt hat. Das Museum zeigt die weltweit größte Sammlung von Werken Adriaen de Vries. Es wird nach vorheriger Buchung für Sie geöffnet.

Mit der Übernahme Drottningholms durch den schwedischen Staat wurde eine Bestandsaufnahme der Sammlungen des Chinaschlösschens gemacht. Die Mehrzahl der Gegenstände, die in diesem Inventar beschrieben werden, befinden sich auch heute noch an ihrem ursprünglichen Platz. Das macht das China-Schloss zu einem der authentischsten Beispiele für Europäische Chinoiserie im 18. Jahrhundert.
Das China-Schloss kann vom 1. Mai bis 30. September auf eigene Faust erkundet werden. Wir empfehlen Ihnen aber auch die im Eintritt inbegriffenen Führungen, die Ihnen den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.

Inspirationen und Ideen sammelten die Architekten in den neuen Schlossgärten in Frankreich, in denen das herrschende Ideal die gezähmte Natur mit strengen Formen und symmetrischen Linien war. Der Barockgarten verfiel im 19. Jahrhundert, wurde aber auf Initiative König Gustav VI. Adolf von Schweden in den 1950er und 1960er Jahren wiederhergestellt.
Das Zentrum des Barockgartens bildet die Herkulesfontäne mit Bronzefiguren des Bildhauers Adriaen de Vries. Sämtliche Bronzefiguren im Park stammen von de Vries und kamen als Kriegsbeute aus Prag 1648 und aus Fredriksborg in Dänemark 1659 nach Schweden.

Königin Luise Ulrike war sehr von den neuen Ideen eingenommen und ließ den Architekten des China-Schlosses, Carl Fredrik Adelkrantz, Kastanienalleen in die Landschaft rund um das Schloss pflanzen.
Als Gustav III. 1777 Drottningholm übernahm, orientierte er sich an dem neuen Parkideal aus England, dem natürlichen Landschaftspark. Fredrik Magnus Piper, der vor Ort in England studiert hatte, erhielt 1780 den Auftrag, eine solche Anlage nördlich vom Barockgarten zu schaffen. Sie besteht aus zwei Teichen mit Kanälen, Inseln und romantischen Brücken, großen Wiesen, Alleen und Hainen sowie Spazierwegen, ´die sich durch den gesamten Park schlängeln.

Südlich des Barockgartens, in Richtung des Mälarsees, liegt Kungsängen und ein kleines Kanalsystem, das im 19. Jahrhundert angelegt wurde. Hier ließen sich König Oscar II. und seine Familie am 30. Oktober 1881 jeweils eine Eiche pflanzen, Gustav VI. Adolf nahm die Tradition 1973 und Carl XVI. Gustaf 1996 wieder auf.
1991 wurde Drottningholm in die Welterbeliste der UNESCO über Plätze von unersetzlichem Wert für die Menschheit aufgenommen. Die Begründung des Welterbekomitees lautet:
„Das Schlossgelände Drottningholm - mit Schloss, Theater, China-Schloss und Schlosspark – ist das am besten bewahrte Beispiel eines königlichen Schlosses aus dem 18. Jahrhundert in Schweden und zugleich repräsentativ für die europäische Architektur des Adels jener Zeit, inspiriert von und erbaut nach dem Vorbild Versailles.“
